9/11 – Der lange Schatten des Terrors

Allgemeine Informationen

9/11 – Der lange Schatten des Terrors

Folge 1: Wahn
Folge 2: Jagd
Folge 3: Spaltung

Ein rassistisch motivierter Überfall an einer Tankstelle. Ein Anruf mitten in der Nacht in Islamabad. Ein Banker im Südturm, der seine letzte Sprachnachricht hinterlässt. Der 11. September 2001 verändert nicht nur eine Nation, sondern das Leben unzähliger Menschen, deren Schicksale sich erst Jahre später als Teil derselben Geschichte erweisen.

Gab es nach dem Fall der Mauer 1989 eine Hoffnung darauf, dass sich Demokratie und Freiheit universell durchsetzen, so haben der 11. September 2001 und sein “langer Schatten” diese Hoffnung zerstört. Krisen, Überwachung und Hass im Netz prägen das 21. Jahrhundert. In drei Folgen beleuchtet die Reihe, wie 9/11 unsere Welt seit 25 Jahren prägt. 

Die erste Folge zeigt, wie sich nach 9/11 Feindbilder verbreiten und verfestigen – von der “Hamburger Zelle” über rassistische Gewalt in den USA bis zum viralen Erfolg von Verschwörungstheorien, die weltweit zunehmen. Der aus Bangladesch stammende Einwanderer Rais Bhuiyan wird zehn Tage nach den Anschlägen in Dallas angeschossen – von einem Rechtsradikalen, der seine Tat als Rache für 9/11 versteht. Jahre später kämpft er gegen die Hinrichtung seines Attentäters. Während die USA nach den Anschlägen nach Antworten suchen und um die richtige Reaktion ringen, formiert sich parallel im Internet Misstrauen gegenüber offiziellen Erklärungen. Der junge Filmemacher Dylan Avery beginnt, mit seinem besten Freund Korey Rowe “Loose Change” zu produzieren, einen Film, der sich rasant verbreitet und 9/11-Verschwörungserzählungen weltweit populär macht. Wie blicken sie heute auf die Auswirkungen des Films?

Auf der Jagd nach den Hintermännern der Anschläge von 2001 setzen die USA durch Rechtsverstöße und Folter ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel. Was passiert, wenn ein Land im Namen seiner Sicherheit den Rechtsstaat einschränkt? Der zweite Teil zeigt, welchen Stellenwert die US-amerikanischen Geheimdienste nach 9/11 bekommen und wie Drohnen erstmals eine zentrale Rolle in Militäreinsätzen spielen. Der CIA-Agent John Kiriakou leitet in Pakistan die Jagd nach einem hochrangigen Mitglied von al-Qaida und koordiniert dessen Verhaftung – einer der ersten großen Erfolge im “War on Terror”. Als Kiriakou 2007 öffentlich bestätigt, dass die CIA systematisch folterte, wird er selbst verfolgt und muss wegen seiner Aussagen ins Gefängnis. Dabei gibt er an, nie selbst gefoltert zu haben.

Hat der “War on Terror” letztlich mehr Radikalisierung erzeugt als verhindert? Nicholas Gorki wird nach 9/11 geboren – sein Vater, ein junger Banker aus Iserlohn, starb im World Trade Center, bevor sein Sohn das Licht der Welt erblickte. Nicholas wächst in den USA bei der Mutter auf und beobachtet, wie seine Generation zunehmend politisiert wird. Die dritte Folge zeigt, wie sich nach dem anfänglichen Schock von 2001 politische und gesellschaftliche Brüche substanziell vertiefen – vom Aufstieg des Rechtspopulismus über die Erosion des Vertrauens in etablierte Medien bis zum Abzug der NATO-Truppen aus Afghanistan.

Zusammen erzählen die Folgen die Geschichte eines Krieges, der nie wirklich endete: Er begann als Jagd nach den Verantwortlichen von 9/11 – und mündete in einer Spaltung, die bis heute die Welt prägt, von Guantánamo bis zum Sturm auf das Kapitol.

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