Am 27. Januar, dem 80. Jahrestag der Befreiung der nationalsozialistischen Konzentrationslager, zeigt ZDFinfo die ECO Media-Reihe “Auschwitz – Überleben in der Hölle”. Sie erzählt über drei Folgen hinweg Geschichten von Opfern und Tätern der Todesfabrik, deren Wege sich in Auschwitz kreuzen. Darunter Häftlinge, die ums Überleben kämpfen, ein heimliches Liebespaar und Täter wie der Lagerarzt Josef Mengele, der Experimente an Gefangenen durchführt. Von der Hölle in Auschwitz erzählt auch die 99-jährige Anita Lasker-Wallfisch – ein letztes Mal, wie sie sagt.
TEIL 1 GEFANGEN
1940 baut die SS das erste KZ im besetzten Polen: Auschwitz. Einige der inhaftierten Kriegsgefangenen werden später versuchsweise vergast. Der Auftakt zur Vernichtung.
Der polnische Fotograf Wilhelm Brasse ist einer der ersten Gefangenen von Auschwitz. Er muss die ankommenden Häftlinge im Erkennungsdienst fotografieren und erlebt Gewalt vom ersten Tag an. Der polnisch-jüdische Sänger David Wisnia hat seine Familie bereits im Ghetto verloren. Die junge Helen „Zipi“ Spitzer kommt mit dem ersten Transport jüdischer Frauen an und wird Arbeitssklavin.
Die Eltern der jungen jüdischen Musikerin Anita Lasker aus Breslau wurden bereits deportiert und ermordet. Sie muss mit ihrer Schwester in einer Fabrik Zwangsarbeit leisten. In Gerüchten hören sie, dass in Auschwitz massenhaft Menschen umgebracht werden. Der SS-Arzt Josef Mengele bestimmt in Polen darüber, wer in Deutschland eingebürgert werden darf und wer nicht. Mengele hat sich ganz der pseudowissenschaftlichen Rassenhygiene verschrieben, ideologische Basis der nationalsozialistischen Ideologie. Vor ihm liegt eine Karriere als Lagerarzt in Auschwitz. Die junge Slowakin Helen Spitzer führt das Nummernbuch in Auschwitz, weiß wer dem Tod geweiht ist. Sie erinnert sich später, wie sehr sie das belastet: Manchmal sogar Gesunde, auf dem Papier schon tot, aber sie atmen noch und wissen nicht, dass sie morgen tot sein werden. In Auschwitz kreuzen sich die Wege von Brasse, Spitzer, Wisnia, Lasker und Mengele.
Teil 2 ÜBERLEBEN
Im Frühjahr 1943 richtet die SS Auschwitz darauf aus, das größte und effizienteste Vernichtungslager zu werden. Wen sie für ihre Todesfabrik nicht braucht, wird erschlagen, erschossen, vergast.
Die 19jährige Aufseherin Irma Grese terrorisiert die Häftlinge. Der 18jährigen Anita Lasker-Wallfisch rettet das Cello ihr Leben: Sie wird Mitglied im Mädchenorchester des Lagers. Heimlich beginnen die jüdischen Häftlinge Helen Spitzer und David Wisnia eine Liebesaffäre.
Als Funktionshäftlinge stehen sie genauso wie der polnische Fotograf Wilhelm Brasse und die neu angekommene jüdische Ärztin Gisella Perl vor dem Dilemma, nur zu überleben, wenn sie beim Betrieb des Lagers helfen. Die SS spielt bewusst Häftlingsgruppen gegeneinander aus. Für skrupellose Wissenschaftler wie Josef Mengele ist Auschwitz ein idealer Ort für seine wahnhaften Pseudoforschungen. Die 10-jährigen Zwillinge Eva und Miriam Mozes missbraucht der SS-Arzt für medizinische Experimente und kalkuliert ihren Tod ein. Eva Mozes-Kor erinnert sich in einem zum ersten Mal veröffentlichten Interview: Da schwor ich mir: Ich werde beweisen, dass Mengele sich irrt! Ich werde überleben.“
Für die meisten der Juden aus Ungarn, mit denen sie im Frühjahr 1944 nach Auschwitz deportiert wurde, ist Auschwitz das Ende. 320000 Menschen werden in nur in nur 56 Tagen ermordet.
Teil 3 BEFREIUNG
Nazi-Deutschland ist 1944 an allen Fronten auf dem Rückzug. Doch in Auschwitz wird weiter gemordet. Für die Häftlinge beginnt ein Wettlauf mit der Zeit.
Helen Spitzer überlebt einen Todesmarsch und verliert David in den Wirren des Kriegsendes. Anita Lasker und Irma Grese treffen sich im KZ Bergen-Belsen wieder. Josef Mengele Mengele taucht unter falschem Namen unter. Wilhelm Brasse rettet die Fotos der Häftlinge vor der Vernichtung.
Viele in Hitlers Regime glauben noch an den Endsieg. Die SS schlägt im Oktober 1944 brutal einen Aufstand von Auschwitz-Häftlingen nieder. Als die Front näher rückt, werden die überlebenden Gefangenen in KZs im Reich verlegt. Eva und ihre Schwester überstehen eine letzte Mordaktion der Wachen, bevor sowjetische Truppen am 27. Januar 1945 Auschwitz befreien. Manche Täter wie Irma Grese werden verurteilt und gehängt, die meisten jedoch entgehen einer Strafe. Die Wege der ehemaligen Häftlinge zerstreuen sich. Doch Auschwitz bleibt in ihnen bis an ihr Lebensende. Helen und David treffen sich kurz vor Helens Tod wieder. Er erfährt, dass sie ihm fünfmal das Leben gerettet hat.




